Corona – wie sieht es in unserer Umgebung aus

Aktualisiert am 25.05.2020, 16:00

Das neuartige Corona-Virus hat unser alltägliches Leben immer noch im Griff – auch wenn Lockerungen in Kraft getreten sind oder in Aussicht stehen. Informationen über seine räumliche Verbreitung des Virus unterhalb der Landesebene sind nicht konsistent und lassen sich schwer einordnen. 

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck berichtet auf seiner Internetseite: Gesamtzahl der infizierten Personen seit Ausbruch der Pandemie: Mit Stand 22.05.2020 (11.30 Uhr) gibt es insgesamt 895 Corona-Infizierte mit Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Eine Auswertung der Gesamtzahl der infizierten Personen im Landkreis Fürstenfeldbruck nach Gemeinden kann erst erfolgen, wenn der jeweilige Wohnsitz festgestellt ist. Die dem Gesundheitsamt mitgeteilten Befunde müssen daraufhin überprüft und eingepflegt werden. Dies ist mit Stand 22.05.2020 für 895 Fälle geschehen.
Die Schätzung der aktuell genesenen Personen beläuft sich mit Stand 22.05.2020 auf insgesamt 836 Personen.
Zahl der verstorbenen Personen mit Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck und Covid-19-Befund, Stand 22.05.2020: 34 .

Damit waren im Landkreis Fürstenfeldbruck am 22.05.2020 25 Personen aktiv an COVID-19 erkrankt.

Nach den Zahlen vom 22.05.2020 ergibt sich in den Städten und Gemeinden des Landkreises folgendes Bild:

Die höchsten Fallzahlen, aber auch die höchsten Zahlen der Genesen, treten in Fürstenfeldbruck und in den östlichen Kommunen auf. Im westlichen Landkreis sind die Fallzahlen abgesehen von Mammendorf, Grafrath und Moorenweis überwiegend einstellig. In Hattenhofen war kein Infizierter zu verzeichnen.

Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich ein differenziertes Bild. Die Westgemeinden Mammendorf und Moorenweis liegen mit Werten von über 600 Fällen je 100.000 Einwohnern an der Spitze. Das liegt etwas unter dem Wert des Landkreises Rosenheim. Sehr niedrige Werte verzeichneten die Gemeinden Türkenfeld, Jesenwang, Adelshofen, Hattenhofen und Egenhofen. Die östlichen Kommunen bewegten sich im Mittelfeld. Den niedrigsten Wert unter den Großkommunen verzeichnete Eichenau mit 210 Fällen je 100.000 Einwohnern.

Die offizielle Internetseite des Bayerisches Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), das die Daten auch für die bundesweite Erfassung an das Robert-Koch-Institut weitergibt, meldet Stand Donnerstag, 14.05.2020, 10:00 Uhr für den Landkreis Fürstenfeldbruck 863 Fälle.

Auf welchem Niveau wir uns im Landkreis Fürstenfeldbruck bewegen, verraten nur Zahlen mit Bezug der Fallzahlen auf die Bevölkerungszahl und der Vergleich mit Bayern- und Bundeswerten sowie mit anderen Landkreisen. Auch das LGL bietet diese Werte seit einigen Wochen an, allerdings nicht im Zeitvergleich.

Hier zeigt sich, dass die Zahl der Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner (kumulative Inzidenz) im Landkreis Fürstenfeldbruck am Montag, 25.05.2020, 10:00 Uhr mit 405,8 nach den Daten des LGL deutlich über dem bayerischen Landesdurchschnitt lag. Dieser betrug für Montag 356,7.

In Zeiten abklingender Infektionszahlen ist die 7-Tagesinzidenz (Fälle in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner) aussagekräftiger als die kumulative Inzidenz. Hier haben die Werte im Landkreis Fürstenfeldbruck nach einem vorübergehenden Anstieg (Infektionen in den Asylbewerberunterkünften) für einige Tage den Landesdurchschnitt unterschritten und nun wieder erreicht.

Die höchste kumulative Inzidenz errechnet sich am Samstag, 22.05.2020 für den Landkreis Tirschenreuth mit 1561,3 (131 Todesfälle). Dort liegt auch das erste Epizentrum der Corona-Krise in Bayern, die Kleinstadt Mitterteich. Der Wert ist damit mehr als doppelt so hoch wie im Epizentrum in Nordrhein-Westfalens, im Landkreis Heinsberg (706,2, 68 Todesfälle).

Die 7-Tageinzidenz zeigt, dass sich neue regionale Schwerpunkte der Neuinfektionen in den Räumen Coburg und Straubing und sowie im Chiemgau entwickelt haben.

Bei der 7-Tagesinzidenz liegt die Stadt Regensburg (72,1) plötzlich deutlich über dem vereinbarten Schwellenwert von 50 Fällen je 100.000 Einwohnern. Der Landkreis Coburg überstieg den Wert zwischen 15.05. und 21.05.2020.

Die Zahl der Corona-Todesfälle war bis 25.05.2020 in der Landeshauptstadt München (205) gefolgt vom Landkreis Rosenheim mit 180 und vom Landkreis Tirschenreuth (131) am höchsten. Bezogen auf 100.000 Einwohner ergaben sich die höchsten Werte in den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt a.d. Waldnaab und Wunsiedel.

Die neu hinzu gekommenen Fälle haben am 3. April einen Höhepunkt bei 1.982 Fällen erreicht und sind seitdem wieder diskontinuierlich auf 71zurückgegangen.

Für die Entwicklung sind u.a. zwei Ereignisse von Bedeutung, das Skifahren bis Mitte März u.a. in Tirol („Hotspot Ischgl“) und die Kommunalwahl am 15.03.2020 sowie der gesellschaftliche „Lock-down“ ab dem 16.03.2020.

Diese Karte ist eine Überlagerung der RKI-Karte „Kumulative Inzidenz am 01.04.2020“ (Flächen) mit der Karte des BR-Recherche-Teams „Instagram-Kontakte aus Ischgl“ (Punkte).

Die Verteilung der Corona-Infizierten bezogen auf 100.000 Einwohner nach dem Alter ist für Bayern durch ein Maximum bei den über 80-jährigen Männern gekennzeichnet. Die Infektionszahlen bei den 35 bis unter 60 jährigen Männern und Frauen sind stärker aus geprägt als bei den 60 bis unter 80-jährigen.

Einen guten Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland nach Bundesländern und Landkreisen gibt der tägliche Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) .

Mittlerweile stellt auch das RKI ein „Dashboard“ zur Verfügung, auf dem viele regionale Ergebnisse veröffentlicht werden. Dabei fällt auf, dass der Süden und Westen Deutschlands wesentlich stärker betroffen sind als der Norden und Osten.

Entsprechend liegt der Landkreis Fürstenfeldbruck im Ranking der Fallzahlen unter den ersten 40 der rd. 400 Stadt- und Landkreise in Deutschland. Die zeitliche Entwicklung entspricht weitgehend der in Bayern.

Die normierte Altersverteilung zeigt eine noch stärkere Betroffenheit der höheren Altersgruppen als in Bayern.

Eine Übersicht über die die Situation in den Kliniken Deutschlands gibt das DIVI Intensivregister.

Dr. Reinhold Koch