Der große Saal im PUC in Puchheim war voll besetzt, als Tobias Lexhaller, parteifreier Bürgermeisterkandidat, sich den Puchheimerinnen und Puchheimern vorstellte und mit ihnen Themen diskutierte, die sie bewegen. Dabei überzeugte er durch klare Ziele, ehrliche Aussagen und Leidenschaft in der Sache. Moderiert wurde die Veranstaltung in Anlehnung an das Format „Jetzt red‘ i“ des Bayerischen Fernsehens von Michael Pöllmann, Vorsitzender der Wählervereinigung GFP (Gemeinsam für Puchheim e.V.). In den Pausen sorgte die Puchheimer Blasmusik Pfundsblech für Stimmung.

Foto: Thomas Salcher
150 Menschen saßen oder standen an den Tischen vor der Bühne und an der Bar und lauschten gespannt, als Tobias Lexhaller erzählte, wie er nach Puchheim gekommen ist und was ihn antreibt, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Der 56-jährige Vater von drei Töchtern wohnt seit 14 Jahren in Puchheim, vorher u.a. in Eichenau und Schwifting bei Landsberg. Nach dem Abitur am Viscardi in Fürstenfeldbruck durchlief er am Fliegerhorst seine Offiziersausbildung und studierte anschließend an der Bundeswehr-Universität Elektro-/Nachrichtentechnik. Danach war er als Offizier beim Lufttransportgeschwader in Penzing stationiert, arbeitete anschließend als Unternehmensberater und war als Unternehmer tätig. Seit 2024 ist er Geschäftsführer der ‚Energiewende einfach machen GmbH‘ und ehrenamtlicher Vorstand bei der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck.

Lexhaller wird von den ubp (Unabhängige Bürger Puchheim) und der GFP (Gemeinsam für Puchheim e.V.) unterstützt. Beide Wählervereinigungen waren mit zahlreichen Aktiven vertreten. Auch die UBV (Unabhängigen Bürgervereinigungen des Landkreises Fürstenfeldbruck), vertreten von Gröbenzells Erster Bürgermeister Martin Schäfer, seiner Nachfolgekandidatin Claudia O`Hara-Jung, sowie von Althegnenbergs Erster Bürgermeister Rainer Spicker und Kreisrat Jakob Drexler, machten ihre Unterstützung deutlich.
Wohnraum ist Dreh- und Angelpunkt
Schnell war den Anwesenden klar, dass Lexhaller ein Macher ist, jemand, der Dinge voranbringen möchte und sich nicht scheut, auch Unangenehmes anzupacken. Aber auch jemand, der zuhören kann und verbinden möchte. Die drängendsten Aufgaben sieht er in der Konsolidierung des momentan schwächelnden Stadthaushalts, im Wohnungsbau und in der Energiewende. Diese gelte es, nach der Wahl sofort anzupacken. „Im Haushalt fehlen etwa acht Millionen Euro“, führte er aus. Dies liege unter anderem an dem Wegzug einer größeren High-tec-Firma , der sich deutlich in der Kasse bemerkbar mache.
Die Stadt habe im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren: die Einkommensteuer und die Gewerbesteuer. Als Dreh- und Angelpunkt für beides sieht Lexhaller den Wohnungsbau. Nur wenn genügend Wohnraum für Mitarbeiter vorhanden sei, würden sich Firmen ansiedeln. Deshalb müsse das Wohnbauprojekt an der Alpenstraße dringend in Angriff genommen werden, inklusive einer Verkehrsplanung. Lexhaller möchte grundsätzlich weniger Pkws in der Stadt und Radfahrern und Fußgängern Vorrang einräumen. „Ich bin dafür, im gesamten Stadtgebiet Tempo 30 einzuführen anstelle des Flickwerks aus unterschiedlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen“, stellte er klar, wofür er viel Applaus erhielt.
Vorhandene Gewerbebauten nutzen
Bei der Gewerbeansiedlung steht Lexhaller auf dem Standpunkt, die bereits vorhandenen Gebäude zu nutzen, zum Beispiel für IT-Unternehmen und Start-ups im Bereich intelligenter Energiesteuerung. „Diese werden in den kommenden Jahren boomen“, ist er sicher. Geschickt angestellt, könne Puchheim zu einem Hub werden. Auch die Energiewende ist für Lexhaller wichtig. „Je unabhängiger wir von fossilen Brennstoffen werden, desto besser. Und zwar in allen Bereichen, bei Wärme, Strom und Mobilität“, betonte er. Nachdem die Stadt außer PV und Geothermie wenig Möglichkeiten habe, erneuerbare Energie zu erzeugen, müsse man sich an die Flächengemeinden im Landkreis wenden. Die interkommunale Zusammenarbeit ist für Lexhaller deshalb entscheidend.
Andrea Lexhaller
