Aktuell |
Lasst die Deponie in Ruhe!
Passt den Golfplatz der vorhandenen Landschaft an und nicht umgekehrt!
Statement von (damaligen) 2.
Bürgermeister Dr. Koch zu den Planungen von Golfcity Puchheim
in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 1.04.2008
Vorteile Golfplatz: Sicherung einer fürs Auge ansprechend gestalteten Landschaft vor anderen Nutzungen; Golfplatz positiver Standortfaktor, Attraktivität für Unternehmen steigt;
Nachteile Golfplatz: Zugangsbeschränkungen für die Allgemeinheit, Belastungen des Ökosystems durch intensive Gründüngung und -nutzung, zusätzlicher Verkehr vor allem am Wochenende
Abwägung 2006 in nicht-öffentlicher Sitzung Ergebnis: Gemeinderat befürwortet das Vorhaben; einzige Maßgabe: Pappelallee soll als öffentlicher Durchgang erhalten bleiben; weitere Planungsschritte erst nach Vorliegen von Unbedenklichkeitserklärungen durch die Fachbehörden;
Im Beschluss tauchen die wichtigen Begriffe „Deponie“ oder „Altlast“ nicht auf!
Heute Beschluss Bebauungsplan vorgesehen, obwohl eine öffentliche Diskussion über das Für und Wider eines Golfplatzes nicht stattgefunden hat und die Unbedenklichkeitserklärungen noch nicht vorliegen. Der öffentliche Durchgang auf der Pappelallee muss erst noch „abgewogen“ werden. Nur unverbindliche Meinungsäußerungen! Keine schriftlichen Stellungnahmen Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt à das ist kein Nachweis wie im Beschluss gefordert!
Im Planverfahren sollen nun die fehlenden Unterlagen beigebracht werden, die eigentlich schon vorliegen sollten. Was fehlt, sind insbesondere Antworten auf die Fragen:
¨ Wie tief wird in die Deponie eingegriffen?
¨ Wie viele m³ Erdmassen, aus welcher Tiefe, müssen bewegt werden?
¨ Was passiert mit der der „Sondermülldeponie“?
¨ Wie wirkt sich die künstliche Bewässerung auf die Auswaschung von Schadstoffen aus?
¨ Wer haftet, wenn es tatsächlich zu Beeinträchtigungen kommt?
Der geplante 9-Loch-Golfplatz ist mit 48 ha mehr als doppelt so groß als der Golfplatz in Germering (22 ha). Platz vorhanden, den Golfplatz an die vorhandene Landschaft anzupassen und nicht umgekehrt.
Die vorgelegte Bestandserhebung ist zwar unzureichend (fehlende Profile bzw. Schnitte), lässt aber durchaus erkennen, dass erhebliche Eingriffe in den Bewuchs notwendig würden (vgl. Stellungnahme Forstbehörde).
Der zu erstellende Umweltbericht kann und muss diese Sachverhalte klären bzw. entsprechende Bewertungen enthalten.
Zwei Haken:
¨ Er wird vom Bauwerber in Auftrag gegeben und bezahlt …
¨ und es gibt nur ganz wenige (projektbezogene) Planverfahren, die nicht zum erwünschten Ergebnis geführt hätten.
Fazit: Ist der Tanker, sprich Golfplatz, auf den Weg gebracht, kann er nur sehr schwer gestoppt werden!
Ausweg: Die Gemeinde beauftragt ein unabhängiges Institut ihrer Wahl mit der Erstellung eines Umweltberichts zu den Voraussetzungen und Auswirkungen eines Golfplatzes. Erst wenn geklärt ist, dass dieser Golfplatz auf einer Altlast keine nachteiligen Auswirkungen für Anwohner und Umwelt hat, erfolgt der Aufstellungsbeschluss.
Die
Fürstenfeldbrucker SZ berichtete ausführlich in ihrer
Ausgabe vom 3.04.2008 und brachte auch einen
Kommentar von Peter Bierl. Auch das Fürstenfeldbrucker
Tagblatt hat berichtet; eine Zusammenfassung gibt's
hier.
Informationen des Projekträgers finden Sie hier.
Und hier erfahren Sie, wie 1993 kontaminierte Planieerde zu entsorgen war: Seite 1 und Seite 2.
Stand: 11.04.2008